Meine Lieben,
die letzten beiden Veröffentlichungen haben gezeigt, dass ich manchmal einen etwas sarkastischen Blick auf die Welt um mich herum habe.
Heute aber habe ich ein Thema, das nicht durch Sarkasmus bestimmt wird, sondern einmal aus meiner Sicht in aller Ernsthaftigkeit dargelegt wird. Inspiriert bzw. getrieben dazu meine Meinung zu äußern hat mich ein Lied. Das Lied einer jungen Ausnahmekünstlerin namens Stefani Germanotta, uns allen besser bekannt als Lady Gaga und bei dem Lied handelt es sich um "Born this Way".
Ich werde versuchen, meine Sicht möglichst wertfrei zu lassen und auf niemanden mit dem Finger zu zeigen, aber seht es mir nach wenn mir das nicht immer gelingt und ich ab und zu auch mal einen härteren Ton anschlage.
Jeder von uns wird in diese Welt genauso hinein geboren, wie er oder sie ist. Daran kann man nichts ändern, in keinster Art und Weise. Man kann sich nicht aussuchen, wer einen geboren hat, wo man geboren wurde oder welches Geschlecht man mitbekommen hat.
Unsere Umgebung prägt uns und gibt uns Verhaltensweisen mit, die diese Gesellschaft für angebracht hält. Je älter wir werden, umso mehr legen wir uns eine eigene Meinung zu und hinterfragen immer wieder Normen und Werte, testen unsere Grenzen aus und versuchen herauszufinden, wer und was wir wirklich sind. Ab einem bestimmten Punkt scheiden sich aber auf einmal die Geister: selbst in unserer aufgeklärten Zeit gibt es mehr als genug Menschen, die versuchen uns zu sagen, wen wir zu lieben haben und wen nicht. So liberal sich unsere Gesellschaft auch gibt, manchmal spüre selbst ich, im gestandenen Alter von 31 Jahren, nicht viel von der vielgepriesenen Toleranz!
Und da kommt die Angst ins Spiel.
Die Angst vor Autoritäten; egal welcher Art sie auch sein mögen, sie durchzieht unser ganzes Leben und hält uns in Schranken. Der Arbeitgeber, der Angst um das Image seiner Firma hat, wenn bekannt wird das jemand, der das gleiche Geschlecht liebt für ihn arbeitet. Dabei ist es egal, um welchen es sich handelt: es kann eine staatliche Einrichtung sein oder die Leitung von Unternehmen mit konservativen Strukturen, die noch nicht begriffen haben, das wir im 21ten Jahrhundert angekommen sind! Schmälert es die Effizienz des Mitarbeiters, nur weil er oder sie homosexuell ist? Ich kenne zum Beispiel viele hervorragende Ärzte, die mehr als kompetent auf ihrem Gebiet sind aber um ihren Job fürchten müssen, wenn heraus käme das sie schwul oder lesbisch sind. Und da hört es nicht auf, nein im schlimmsten Fall beginnt es dort: Kollegen können sich zu wahren Monstern entwickeln und Mobbing gehört auf einmal zur Tagesordnung! Aber warum, frage ich mich? Was ist das Problem? Nicht jeder schwule Mann schaut jedem Arsch hinterher oder will ihn angrapschen. Da habe ich schon heterosexuelle Männer erlebt, die weitaus forscher gegen ihre weiblichen Kollegen vorgehen, aber das ist dann männlich, oder wie? Da könnte mir gelinde gesagt der Kragen platzen! Ihr männlichen Möchtegern-Macho-Hormonschleudern mit eurer überbordenden Homophobie lasst euch eins gesagt sein: ihr seid keinen Deut besser nur weil ihr auf Brüste steht! Mit eurem Verhalten macht ihr euch mehr als nur lächerlich und Frauen stehen nicht auf solche Luftpumpen, die versuchen mit ihrem beschissenen Verhalten ihre Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren! Ausserdem: auch schwule Männer haben Geschmack. Also bevor ihr das nächste Mal mit dem Finger auf jemanden zeigt, schaut in den Spiegel und fragt euch ob wirklich Gefahr für euch besteht! Nur schaut nicht auf euer Abbild, sondern in eure Seele. Denn da seid ihr wahrhaftig hässlich und eine unschöne Seele ist nicht anziehend!!!
Doch da hört es nicht auf; das schlimmste kann die eigene Familie werden! Zum Glück sind, so habe ich es erfahren, Eltern toleranter und verständnisvoller als man annimmt auch wenn sie nicht immer den Eindruck machen. Es ist immer schwer zu erfahren, das die eigenen Kinder herausgefunden haben, das dies ihr Weg im Leben sein soll und die o.g. Angst macht sich auch bei den Eltern breit. Liebe Eltern, tut mir den Gefallen: lasst euer Kind nicht fallen oder stoßt es von euch, egal wie alt es ist! Er oder sie hat mehr Angst als ihr und daran kann man zerbrechen, vor allem wenn einem der wichtigste Halt genommen wird! Es sind eure Kinder und ihr habt ihnen gegenüber eine Verpflichtung. Sie werden zwar erwachsen aber sie hören nie auf eure Kinder zu sein! Gemeinsam könnt ihr stark sein! Auch wenn die Angst groß ist, stellt ihr euch und haltet euren Kopf hoch. Euer Kind ist etwas besonderes und jeder sollte das verstehen; besonders alleine deswegen, weil es EUER Kind ist!
Nun mein Lieblingsabschnitt. Ein Grund kann noch mit hinein spielen und das ist meistens bei den mittel-alten bis älteren Generationen weit verbreitet. Nein, ich meine keine veralteten Rollenmodelle, die ihre Gültigkeit schon seit Jahrzehnten verloren haben, egal ob in gleichgeschlechtlichen oder heterosexuellen Beziehungen. Nein ich meine den Glauben! Ich weiß, ein ziemlich schweres Pflaster, aber ich schneide es trotzdem an.
Wer glaubt, wirklich tief und unumstößlich glaubt, und jene verdammt, die nicht lieben wir er oder sie es tut soll bitte mal das Folgende bedenken: wir sind trotzdem da, denn Gott macht keine Fehler! Wir wurden so geboren und wenn ER uns nach seinem Abbild formt, dann haben wir jedes verdammte Recht, so zu sein wie wir sind!
Niemand sucht es sich aus so zu sein, wir SIND so! Und wir haben das höchste Gut mitbekommen, das man erreichen kann: wir lieben! Es darf nicht falsch sein zu lieben, egal auf welche Art und Weise. KANN es falsch sein zu lieben? Ich denke nein!
Damit führt es mich zu der Grundintention, die ich hier staten möchte: ich weiß es an einem Beispiel aus meiner Familie, wie es ist, sich verstecken zu müssen. Jahr um Jahr eine Scheinwelt aufrecht zu erhalten, nur um anderen zu gefallen und der "Norm" zu genügen! Eine Flucht vor sich selbst, um den Ansprüchen anderer zu genügen und ja kein schlechtes Licht auf sich oder seine Familie fallen zu lassen und wer denkt, das es auf dem platten Land schlimm ist, der kennt die Stadt nicht! Im schlimmsten Falle kommt es dazu, das sich diese Menschen verpartnern, heiraten und Kinder zeugen. Sie merken, das in ihrem Leben etwas nicht stimmt und werden von Tag zu Tag unglücklicher, nur weil sie sich nicht trauen, die Flucht nach vorn anzutreten! Schlaflose Nächte, Übelkeit, Kopfschmerzen sind noch die harmlosen Symptome, Depressionen und Selbstmord manchmal die unweigerlichen Konsequenzen.
Warum all dies? Angst! Ich habe gesagt ich will nicht mit dem Finger zeigen und ich werde auch keine Namen nennen, aber ich bin mir sicher, das selbst ich einige Menschen kenne, im direkten Umfeld, denen es so geht und die niemals den Schritt unternehmen würden, um des lieben Friedens willen.
Mein Appell an euch alle: TRAUT EUCH! Ihr seid nicht allein! Egal wie alt, egal welche gesellschaftliche Schicht oder soziale Situation, man wird euch nicht fallen lassen. Eure Freunde lieben euch und wer euch fallen läßt wegen so etwas, der ist niemals ein Freund gewesen. Ich kenne es selbst und danke meinen Freunden und auch meiner Familie bis heute dafür, das sie für mich da gewesen sind. Aus meiner Familie zwei Leuten ganz besonders und die wissen das ich sie meine!
Habt keine Angst. Fahrt die Krallen aus, denn so wurdet ihr geboren! Ihr seit auf dem richtigen Weg.
Grüße an euch alle
TheRaven
Hallo mein Lieber,
AntwortenLöschenich habe diesen Eintrag mit einer Träne im Auge gelesen. Es ist nicht so, dass ich Comingouts guter Freunde nicht miterlebt und die Reaktionen des Umfeldes hautnah erfahren hätte. Leider ist es immer wieder beschämend wie engstirnig und hohl manche Menschen auf das Lieben einer Person reagieren.
Nicht das Schritt sich outen schon schwer genug wäre, dann Muss man auch noch mit so einer verbohrt denkenden Gesellschaft umgehen. Verstehen muss ich das nicht. Ist es nicht egal wen wir lieben?? Hauptsache der Mensch kann lieben! Den Alltag und seine freie Zeit mit einem Menschen zu teilen, der einem so nahe steht, dem man vertraut, auf den man baut und dem das gemeinsame Wohl am Herzen liegt?? Soll aus uns eine Gesellschaft ohne Gefühl und Regung werden?? Das keine Kinder mehr nachkommen wenn es nur noch "DIESE HOMOS" gibt, ist völliger Blödsinn, es gibt immer noch genug (so wie ich) die Kinder haben oder sie in die Welt setzen.
Klar möchte man als Eltern, das Beste für sein Kind! Nur was ist das Beste?? eine Beziehung zum Schein zu führen, nur um der Gesellschaft und den Vorstellungen der Familie gerecht zu werden oder zu lieben wie und wen man will, um einfach GLÜCKLICH ZU SEIN. Glück und Zufriedenheit, sollte doch der Wunsch jedes Menschen sein. Um das zu erreichen liebt und lebt man.
IN diesem Sinne, LIEBT und LEBT mit jeder Faser eures Herzens und niemand hat das Recht einem Anderen dies zu verbieten.
Jeder sollte stolz sein, auf das wie und wer er ist.. :-)